Diese Anleitung beschreibt das TEX Live-System. Die TEX Live enthält TEX/LATEX-Systeme für Linux, verschiedene UNIX-Plattformen, Mac OS X und (32-Bit)-Windows. Warnung: Für ältere Macintosh-Systeme und MS-DOS sind diese TEX-Systeme wenig hilfreich.
TEX Live enthält lauffähige Versionen von TEX, LaTeX2e, ConTEXt, Metafont, METAPOST, Makeindex, BibTeX und vielen anderen Programmen, sowie eine umfassende Auswahl an Makros, Zeichensätzen und Beschreibungen, die gemäß der Standard-TEX-Verzeichnisstruktur (TDS) abgelegt sind. TEX Live eignet sich somit zur Nutzung mit nahezu jeder TEX-Installation und erlaubt das Setzen von Schriften und Texten vieler Sprachen. Es ist Teil der TEX Collection, die in Zusammenarbeit mit den verschiedenen TEX-Benutzergruppen entstanden ist und kurz im Abschnitt 2 auf Seite 8 beschrieben wird.
Wenn Sie neuere Versionen der dort aufgeführten Pakete zu suchen wollen, gehen Sie am besten zu CTAN: http://www.ctan.org/.
Eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Änderungen der aktuellen TEX Live-Version gegenüber der Vorgängerversion finden Sie im Abschnitt 9 auf Seite 78.
Sie können das TEX Live-System auf drei verschiedene Arten nutzen:
Alles das wird bei den betreffenden Installationsanleitungen für jedes Betriebssystem ausführlich erläutert. Hier das Notwendigste:
Die TEX-Gemeinschaft ist ebenso aktiv wie hilfsbereit, und es wird praktisch jede ernst gemeinte Frage beantwortet. Diese Hilfe ist allerdings nicht formal organisiert, sondern wird von Freiwilligen in ihrer Freizeit geleistet. Es ist daher ernst gemeint, dass Sie vor einer Fragestellung Ihre »Hausaufgaben« gemacht haben. Falls Sie auf eine garantierte kommerzielle Unterstützung angewiesen sind oder eine solche bevorzugen, sollten Sie die Finger vollständig vom TEX Live-System lassen und in der Aufstellung unter http://tug.org/interest.html#vendors nach einem geeigneten Händler suchen.
Die folgende Liste stellt die leicht zugänglichen Quellen in der empfohlenen Reihenfolge vor:
Für deutschsprachige LATEX-Anfänger ist die »LaTeX2e-Kurzbeschreibung« von großem Nutzen (texmf-doc/doc/german/lshort-german/).
Des Weiteren existiert eine englischsprachige FAQ-Sammlung (texmf-doc/doc/english/FAQ-en/), die auch im Internet verfügbar ist (http://www.tex.ac.uk/faq).
Bitte nutzen Sie bei Problemen zu allererst diese beiden Möglichkeiten.
Im Allgemeinen ist es recht Erfolg versprechend, eine generelle Suche über Google http://www.google.de/ durchzuführen (entweder im WWW allgemein oder in den News-Gruppen); dies insbesondere, wenn es sich um Fragen über PostScript/PDF, Ghostscript u. ä. handelt.
Zusätzlich existieren E-Mail-Diskussionslisten, wobei hier die deutschsprachige Liste TeX-D-L@listserv.dfn.de zu nennen ist (das englischsprachige Äquivalent ist texhax@tug.org). Darüber hinaus bietet sich für Mitglieder von DANTE e.V. der Beraterkreis an (beraterkreis@dante.de). Wie Sie sich in die E-Mail-Liste TeX-D-L eintragen können, finden Sie in der FAQ unter »1.3.2 Was ist TeX-D-L?«.
Bevor Sie aber eine Frage absenden, lesen Sie bitte die entsprechenden Einträge der FAQ zum Thema »Wie stelle ich eine Frage in einer Newsgroup, damit ich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Antwort bekomme?«. So z. B. »1.3.1 Was ist ‘de.comp.text.tex’?« und »1.3.7 Was sollte ich gelesen haben, bevor ich eine Frage in ‘de.comp.text.tex’ oder der Diskussionsliste TeX-D-L stelle?« oder auch http://www.tex.ac.uk/cgi-bin/texfaq2html?label=askquestion.
Fragen zu Programmen, die Sie in der TEX Collection finden, sollten Sie besser auf einer der oben genannten Mailing-Listen stellen oder direkt an den Programmautor richten.
Auf der anderen Seite können auch Sie mit Ihrem Wissen helfen. Die News-Gruppen news:de.comp.text.tex (in Deutsch), news:comp.text.tex (in Englisch) und die Mailing-Liste TeX-D-L@listserv.dfn.de (Deutsch) und texhax@tug.org (Englisch) stehen allen offen. Wenn Sie also dort mitlesen, scheuen Sie sich nicht, Fragen, zu denen Sie eine Antwort wissen, zu beantworten und damit anderen zu helfen.
In diesem Abschnitt beschreiben wir Struktur und Inhalt des TEX Live-Systems und der übergeordneten TEX Collection.
Das Material des TEX Live-Systems war von Jahr zu Jahr angewachsen und hatte den Rahmen, der durch die Größe einer CD-ROM vorgegeben war, gesprengt. Um nicht wieder eine willkürliche Auswahl unter den unzähligen Paketen, Zeichensätzen und Hilfsprogrammen treffen zu müssen, wurde schon 2003 der Entschluss gefasst, die TEX Collection in unterschiedliche Distributionen zu zerlegen. Im Einzelnen:
ist ein vollständiges System auf einer DVD. Mit mehr als 1,1 GB ist es zu groß für eine CD-ROM. Es kann auf Festplatte installiert oder direkt von der DVD gestartet werden. Zusätzlich enthält die DVD unabhängig vom TEX Live-System die MacTEX-Distribution für Mac OS X, proTEXt – eine alternative TEX-Distribution für MS Windows, die auf MiKTEXbasiert – und ein fast vollständiges Abbild des CTAN-Archivs (Stand: Oktober 2005) und eine Sammlung verschiedener Pakete in einem texmf-extra-Verzeichnis.
Wenn Sie die DVD unter Windows »mounten«, bietet Ihnen das Setup-Programm an, protext zu starten (siehe unten). Es berücksichtigt dabei auch CTAN und TEX Live, die sich in Unterverzeichnissen der obersten Stufe auf der DVD befinden.
Für CTAN und den Verzeichnisbaum texmf-extra gelten andere Weitergabe-Bedingungen als für TEX Live. Achten Sie bitte darauf, wenn Sie diese (oder Teile) weitergeben oder modifizieren.
(installable) ist ein Komplettsystem auf CD-ROM. Um dies zu ermöglichen, wurden alle Dateien auf dieser CD-ROM komprimiert. Daher kann man TEX auch nicht direkt von der inst-CD-ROM laufen lassen, sondern muss es auf der Festplatte installieren. Die Installation entspricht dem Vorgehen bei der Installation von der live-DVD auf der Festplatte und wird in späteren Abschnitten beschrieben.
ProTEXt ist eine Erweiterung der MiKTEX-Distribution für Windows. Es ergänzt MiKTEX durch einige Tools (u. a. WinEdt, TeXnicCenter, Ghostscript/GSView), ist völlig unabhängig vom TEX Live-System und hat eine eigene Installation. ProTEXt kann auf Festplatte installiert oder direkt gestartet werden. Informationen zu ProTEXt finden Sie im WWW übrigens unter http://tug.org/protext/.
ProTEXt wird sowohl auf der live-DVD als auch auf einer eigenen CD-ROM angeboten (für diejenigen, die die DVD nicht benutzen können).
Welche der drei Distributionen Sie geladen haben, zeigt ihnen die Datei »00typ.TL« im Wurzelverzeichnis des Verteilungsmediums. Für die inst-Version der Distribution finden Sie die Datei mit dem Namen »00INST.TL«. Die Datei enthält das Release-Datum und beschreibt den möglichen Einsatz der Distribution und ihre Einschränkungen:
Alle DANTE-Mitglieder erhalten die TEX Live-DVD als Beilage zur Vereinszeitschrift »Die TEXnische Komödie«. Für all diejenigen, die nichts mit der DVD anfangen können, ist auf Anfrage auch eine TEX Live-CD-ROM erhältlich. Zusätzlich gibt es auch eine ProTEXt-CD-ROM. Wenden Sie sich bitte an das Büro von DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V., wenn Sie Interesse an einer der beiden CD-ROMs haben.
In diesem Abschnitt beschreiben wir die Basisverzeichnisse der TEX Live-Distribution.
Auf der live-DVD befindet sich die gesamte TEX Live-Hierarchie im Unterverzeichnis texliveYYYY – nicht im Wurzelverzeichnis der DVD.
| bin | ausführbare Programme des TEX-Systems; jeweils für die verschiedenen Rechnerplattformen in Unterverzeichnissen zusammengefasst |
| source | Quelldateien aller Programme inklusive der Web2C-Quellen für die TEX- und Metafont-Pakete als komprimierte bzip2-Archive |
| support | verschiedene Programme und Hilfspakete, die nicht automatisch mitinstalliert werden, wie z. B. Editoren und TEX-Shells |
| texmf | Verzeichnisbaum für Programme und zugehörigen Hilfsdateien und Anleitungen; enthält keine TEX-Formate und Pakete (siehe TEXMFMAIN im nächsten Abschnitt) |
| texmf-dist | Hauptbaum mit Formaten und Paketen (siehe TEXMFDIST im nächsten Abschnitt) |
| texmf-doc | Verzeichnisbaum mit vollständigen Dokumentationen (ohne andere installierte Dateien); sortiert nach Sprachen |
| texmf-var | Verzeichnisbaum für automatisch erzeugte und gespeicherte Dateien für TEX, Metafont und andere (siehe TEXMFSYSVAR im nächsten Abschnitt), |
| xemtex | Verzeichnis mit nützlichen Programmen für Windows aus dem XEmTEX-Paket (Alle diese Programme sind auf UNIX-Systemen in der Regel vorinstalliert oder lassen sich zumindest leicht kompilieren.) |
Zusätzlich zu den oben aufgeführten Verzeichnissen finden Sie im Wurzelverzeichnis der Distribution auch noch die Installationsskripte und die README-Dateien in verschiedenen Sprachen.
Das Verzeichnis texmf-doc enthält zwar nur Anleitungen, bei weitem aber nicht die gesamte Dokumentation: Die Dokumentation für Programme (Handbücher, »man pages«, GNU-info-Dateien) beispielsweise finden Sie im Verzeichnis texmf/doc, da die Programme selbst sich im Verzeichnis texmf befinden. Ähnliches gilt für die Dokumentation der TEX-Pakete und -Formate im Verzeichnis texmf-dist/doc.
Benutzen Sie die Programme texdoc oder texdoctk, wenn Sie auf der Suche nach irgendeiner Dokumentationsdatei sind. Hilfreich in diesem Zusammenhang könnte auch die Link-Sammlung doc.html im Wurzelverzeichnis sein.
Dieser Abschnitt listet alle vordefinierten texmf-Bäume, die vom System benutzt werden, und deren Bedeutung auf. Das Kommando texconfig conf zeigt Ihnen die aktuellen Einstellungen dieser Variablen an.
In diesem Baum befinden sich wichtige Teile des Systems, Hilfsprogramme (wie web2c/mktexdir), pool-Dateien und andere Hilfsdateien.
In diesem Baum befinden sich die wesentlichen Makro-Pakete, Fonts usw. Dieser Baum enthält systemunabhängige Daten, die prinzipiell von jedem TDS-kompatiblem TEX-System nutzbar sein sollten.
Dieser Baum ist für Ergänzungen oder Aktualisierungen von Makros, Fonts etc. gedacht, die Administratoren für alle Nutzer installieren.
In diesem Baum können einzelne Nutzer Ergänzungen oder Aktualisierungen von Makros, Fonts etc. ablegen. Standardmäßig befindet sich dieser Baum unterhalb von $HOME, so dass andere Nutzer von Änderungen hier nicht beeinflusst werden.
Dieser Baum wird von den Hilfsprogrammen von teTEX wie texconfig, updmap und fmtutil verwendet. Standardmäßig befindet sich dieser Baum unterhalb von $HOME, so dass andere Nutzer von Änderungen hier nicht beeinflusst werden.
Dieser Baum wird von den Hilfsprogrammen von teTEX wie texconfig-sys, updmap-sys und fmtutil-sys verwendet, so dass hier das Verhalten des TEX Live-Systems für alle Nutzer beeinflusst werden kann.
Dieser Baum wird von Hilfsprogrammen wie texconfig, updmap und fmtutil benutzt, um automatisch generierte Konfigurations-Dateien abzulegen.
Dieser Baum wird von den systemweiten Hilfsprogrammen wie texconfig-sys, updmap-sys und fmtutil-sys verwendet, um automatisch generierte Konfigurations-Dateien abzulegen.
Für näherere Hinweise zu texconfig und zu den davon abhängigen Hilfsprogrammen siehe Abschnitt 4.1 auf Seite 34.
Unter den TEX-Systemen der TEX Live befinden sich verschiedene TEX-Erweiterungen:
stellt bei 100%-iger Kompatibilität zum normalen TEX einen kleinen, aber mächtigen Satz neuer Befehle bereit (für Makroexpansion, Character-Scanning, zusätzliche Klassen für »marks«, erweiterte Debug-Möglichkeiten und andere). Zusätzlich gibt es noch die TEX--XE T-Erweiterungen für den bidirektionalen Textsatz, wie er beispielsweise im Arabischen gebraucht wird. Im voreingestellten Modus ist e-TEX 100%-ig kompatibel mit dem »normalen« TEX. Die Dokumentation zu e-TEX finden Sie in der Datei texmf-dist/doc/etex/base/etex_man.pdf.
enhält die e-TEX Erweiterungen, und erlaubt zusätzlich die Ausgabe in PDF-Dateien sowie DVI-Dateien. Die Dokumentation zu pdfTEX finden Sie unter texmf/doc/pdftex/manual/pdftex-a.pdf. In der Datei texmf/doc/pdftex/manual/samplepdf/samplepdf.tex finden Sie ein Anwendungsbeispiel. Das LATEX-Paket hyperref besitzt die Option pdftex, mit der Möglichkeiten für aktive Querverweise von PDF (Hypertext) zur Verfügung gestellt werden. Es ist die voreingestellte »Engine« für alle Formate außer plainTEX. Näheres finden Sie in der Dokumentation.
bietet die Unterstützung von Unicode Zeichensätzen und OpenType Schriften durch diverse zusätzliche Bibliotheken. Mehr Informationen sind unter http://scripts.sil.org/xetex verfügbar.
(Omega) ist ein TEX-System, das intern mit Unicode (16-Bit-Unicode-Zeichen) arbeitet und damit das gleichzeitige Arbeiten mit nahezu allen auf der Welt eingesetzten Schriften und deren Zeichenkodierungen erlaubt. Außerdem werden über dynamisch geladene, sogenannte »Omega Translation Processes« (OTPs), Transformationen zur Verfügung gestellt, die beliebige Eingaben vor der Bearbeitung durch TEX nach bestimmten Regeln umformen. Die (nicht ganz aktuelle) Anleitung zu Omega finden Sie in dem TEX Live-System in der Datei texmf-dist/doc/omega/base/doc-1.8.tex.
(Aleph) vereinigt die Omega- und e-TEX-Erweiterungen. Eine Minimaldokumentation finden Sie in texmf-dist/doc/aleph/base.
TEX Live enthält eine ganze Reihe unterstützender Programme wie
Verwalten von Bibliographien
dvi nach ASCII und umgekehrt
Zusammenfügen von DVI-Dateien
Konversion von DVI in PostScript
Ausschneiden von Seiten aus DVI-Dateien
DVI-nach-PDF-Konverter (erzeugt auch CJK-konformes PDF aus DVI-Dateien mit Omega-Erweiterungen), als Alternative zu pdfTEX.
Druckertreiber für die HP-LaserJet-Familie
LATEX-Syntax-Überprüfung
Erzeugen eines Stichwortverzeichnisses
Metafont-ähnliches Grafikprogramm
mehrere logische PostScript-Seiten auf einem Blatt platzieren
Ausschneiden von Seiten aus PostScript-Dateien
TEX-nach-HTML -Konvertierung
ConTEXt- und PDF-Prozessor.
DVI-Bildschirmausgabe im X-Window-System
Wie schon in Kapitel 1.1 auf Seite 6 ausgeführt, können Sie TEX Live auf drei Arten nutzen:
Die folgenden Abschnitte beschreiben für UNIX jedes dieser drei Verfahren ausführlich zum Nachvollziehen. Im Folgenden werden die Eingaben des Benutzers nach dem Kommando-Prompt »>« unterstrichen dargestellt.
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Achtung: Die CD-ROMs und die DVD der TEX Collection wurden im Format ISO-9660 (High Sierra) mit Rock-Ridge- und Joliet-Erweiterungen produziert. Damit Ihr UNIX-Rechner die TEX Collection optimal nutzen kann, muss Ihr System diese Erweiterungen unterstützen. Schlagen Sie in der Systemdokumentation des Befehls mount nach, um zu ermitteln, ob Ihr System diese Erweiterungen unterstützt. Falls Sie die TEX Collection in einem lokalen Netzwerk einsetzen, suchen Sie sich einen Rechner aus, der die Erweiterungen unterstützt und »mounten« Sie die anderen Rechner auf diesen. Moderne Linux-, BSD-, Sun- und SGI-Systeme haben normalerweise keine Schwierigkeiten, TEX Live zu benutzen. Wenn Sie ein anderes System einsetzen und TEX Live erfolgreich einbinden konnten, bitten wir Sie um detaillierte Anweisungen, um diese Anleitung weiter verbessern zu können. Der Rest der Anleitung geht davon aus, dass Sie die TEX Collection erfolgreich unter Verwendung der Rock-Ridge- und Joliet-Erweiterungen »mounten« konnten. |
Sie können TEX direkt von der live-DVD starten, ohne es vorher auf Festplatte installieren zu müssen (daher der Name TEX »Live«). Es ist aber nicht möglich, TEX direkt von den CD-ROMs laufen zu lassen (siehe hierzu Kapitel 2.1 auf Seite 9 über die verschiedenen Distributionen). In den folgenden Installationsschritten benutzen wir »>« für die Eingabeaufforderung und Unterstreichung für Benutzereingaben. Zuerst »mounten« Sie die CD-ROM oder DVD unter Verwendung der Rock-Ridge- Erweiterungen. Das Kommando hierfür variiert von System zu System; die nachfolgenden Befehle funktionieren unter Linux; nur der Name des CD-ROM-/DVD-Laufwerks (hier /dev/cdrom) muss u. U. angepasst werden.
Wechseln Sie mit Ihrem aktuellen Verzeichnis zum Mount-Point:
Unter Mac OS X werden CD-ROMs und DVDs automatisch »gemountet«; ein mount ist deshalb überflüssig. Das Verteilungsmedium wird in das Verzeichnis /Volumes/ »gemountet«. Starten Sie das Installationsskript install-tl.sh:
Nach den Begrüßungsmeldungen und der Ausgabe der Hauptmenü-Liste werden Sie aufgefordert, ein Kommando einzugeben. Geben Sie die gewünschte Option ein und schließen Sie die Eingabe mit »Return« ab. Bei der Eingabe bleiben Groß- oder Kleinschreibung unberücksichtigt; in unseren Beispielen benutzen wir die Kleinschreibung.
Um das TEX Live-System direkt vom Verteilungsmedium laufen zu lassen, müssen wir als erstes Kommando d eingeben und dann das Unterkommando 1, um die Verzeichnisse zu erzeugen. Obwohl wir alle Programme von CD-ROM oder DVD laufen lassen, muss trotzdem ein Verzeichnis auf der lokalen Platte eingerichtet werden, um Dateien, die TEX während der Laufzeiten erzeugt wurden (beispielsweise Fonts, Formate und geänderte Konfigurationsdateien), abgelegt werden können. Im folgenden Beispiel benutzen wir /opt/texlive2007 (wenn die Voreinstellung /usr/local/texlive2005 für Sie in Ordnung ist, können Sie den folgenden Schritt überspringen). Wir empfehlen, das Erscheinungsjahr von TEX Live in den Pfadnamen – wie oben im Beispiel – aufzunehmen, damit ältere TEX Live-Installationen nicht beeinflusst werden, und da erstellte Dateien im allgemeinen nicht zwischen den Ausgaben kompatibel sind.
Zurück im Hauptmenü, geben wir unser zweites und letztes Kommando r ein, um den Modus »von CD-ROM/DVD laufen lassen (keine Installation auf Disk)« zu erreichen:
Nun sind wir wieder zurück am System-Prompt »>«.
Der letzte Schritt zu einem funktionsfähigen TEX Live-System ist die Änderung zweier Environment-Variablen: PATH und TEXMFSYSVAR. Die Variable PATH muss um das Verzeichnis erweitert werden, in dem die Programme der verwendeten Architektur liegen; TEXMFSYSVAR erhält die Verzeichnis-Angabe, die oben festgelegt wurde. In Tabelle 1 sehen Sie eine Liste der verfügbaren Architekturen für die verschiedenen Systeme.
Direkt im Anschluss an die Installation und das Setzen der Environment-Variablen wird texconfig oder texconfig-sys aufgerufen, um das TEX-System an Ihre lokalen Gegebenheiten anzupassen. Dieser Schritt wird im Abschnitt 4.1 auf Seite 34 näher erläutert.
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Die Syntax für das Setzen einer Environment-Variable und der Name der Initialisierungsdatei, in die sie geschrieben wird, hängt von der Shell ab, die Sie benutzen. Benutzer, die eine Shell einsetzen, die kompatibel zur Bourne-Shell ist (z. B. sh, bash, ksh, usw.), können die folgenden Zeilen in Ihre Datei $HOME/.profile einfügen:
Für C-Shell-kompatible Shells (z. B. csh, tcsh) sind die folgenden Zeilen in die Datei $HOME/.cshrc aufzunehmen:
Nach dieser Änderung loggen Sie sich aus und wieder ein und testen Ihre Installation (siehe Abschnitt 4.2 auf Seite 35.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren lokalen System-Guru um Rat, denn es variiert beispielsweise, wie CD-ROMs oder DVDs zu »mounten« sind, welche Verzeichnisse benutzt werden dürfen oder wie die Änderungen in den Initialisierungsdateien vorgenommen werden müssen.
Es ist sicherlich der Standardfall, das TEX Live-System auf der Festplatte zu installieren. Dies kann von der TEX Collection-DVD oder der TEX Live-CD-ROM erfolgen. (lesen Sie Abschnitt 2.1 auf Seite 9 für eine Erläuterung der verschiedenen Distributionen.)
Zuerst »mounten« Sie die CD-ROM oder DVD unter Verwendung der Rock-Ridge-Erweiterungen. Das Kommando hierfür variiert von System zu System; die nachfolgenden Befehle funktionieren unter Linux; nur der Name des CD-ROM-/DVD-Laufwerks (hier /dev/cdrom) muss u. U. angepasst werden.
Wechseln Sie mit Ihrem aktuellen Verzeichnis zum Mount-Point:
Unter Mac OS X werden CD-ROMs und DVDs automatisch »gemountet«; ein mount ist deshalb überflüssig. Das Verteilungsmedium wird in das Verzeichnis /Volumes/ »gemountet«. Starten Sie das Installationsskript install-tl.sh:
Nach den Begrüßungsmeldungen und der Ausgabe der Hauptmenü-Liste werden Sie aufgefordert, ein Kommando einzugeben. Geben Sie die gewünschte Option ein und schließen Sie die Eingabe mit »Return« ab. Bei der Eingabe bleiben Groß- oder Kleinschreibung unberücksichtigt; in unseren Beispielen benutzen wir die Kleinschreibung.
Die Tabelle 2 listet die Optionen des Hauptmenüs auf. Die Abfolge, in der Sie die einzelnen Optionen auswählen, ist unerheblich, mit Ausnahme von »i«, was stets am Ende steht. Wir erläutern die einzelnen Optionen in der angegebenen Reihenfolge:
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Die Optionen im Einzelnen:
| Angabe | Inhalt und Verwendung |
| basic | Diese Angabe ist dann sinnvoll, wenn Sie nur wenig Platz auf der Festplatte haben. |
| full | Dies ist die Voreinstellung. Mit dieser Angabe bekommen Sie einfach alles. |
| medium | Irgendwo dazwischen |
Daneben gibt es u. a. auch noch Paket-Zusammenstellungen für Omega and XML.
Jede Sammlung besteht aus verschiedenen Paketen, die Makros, Fonts und Trennmuster enthalten. Beispielsweise wird das Makropaket frenchle.sty installiert, wenn die Sprachsammlung French ausgewählt wird. Darüber hinaus hat die Sprachauswahl Einfluss auf die Konfigurationsdatei language.dat. Diese Datei steuert, welche Trennmuster geladen werden.
Die Liste für Sprachen der TEX Live umfasst (Hier muss bei den Auswahl-Buchstaben Groß-/ Kleinschreibung unterschieden werden):
(einige) Afrikanische Skripte | Arabisch | Armenisch | Chinesisch Japanisch Koreanisch |
Kroatisch | Kyrillisch | Tschechisch/ Slowakisch | Dänisch |
Niederländisch | Finnisch | Französisch | Deutsch |
Griechisch | Ungarisch | Indisch | Italienisch |
Latein | Manju | Mongolisch | Norwegisch |
Polnisch | Portugiesisch | Spanisch | Schwedisch |
Tibetanisch | UK-English | Vietnamesisch | Hebräisch |
Der oben angegebenen Reihenfolge der Sprachen liegt die Abfolge der Auswahl-Boxen des Menüs zugrunde.
ist das Wurzelverzeichnis, unterhalb dessen alles installiert wird. Die Voreinstellung ist
/usr/local/texlive/2007; diese Angabe wird aber meistens verändert. Sie können auf
diese Weise verschiedene TEX Live-Ausgaben parallel betreiben. Wir empfehlen daher,
die Jahresangabe im Verzeichnisnamen beizubehalten. Wenn Sie das neue Release
ausführlich getestet haben, könnten Sie dann beispielsweise /usr/local/texlive zu
einem symbolischen Link machen.
Unter Mac OS X wird das TEX-Front-End üblicherweise in /usr/local/teTeX gesucht. Sie können also überlegen, das TEX Live-System dort zu installieren.
In diesem Zweig speichert das TEX-System üblicherweise die nicht versionsabhängigen
Dateien, vornehmlich Fonts. Die Voreinstellung ist
/usr/local/texlive/texmf-local, unabhängig vom Release-Jahr der TEX Live. In
diesen Verzeichniszweig gehören auch alle lokalen Pakete und Konfigurationsdateien.
In diesem Zweig speichert das System die versionsabhängigen Dateien, insbesondere
Format-Dateien und Konfigurationsdateien, die von texconfig-sys verändert werden
(siehe Abschnitt 4.1 auf Seite 34). Die Voreinstellung ist TEXDIR/texmf-var.
Normalerweise gibt es keinen Grund, diese Einstellung zu ändern.
Hiermit geben Sie ein alternatives Verzeichnis an, in das generierte Fonts abgelegt werden dürfen. Standardmäßig wird das durch TEXMFVAR angegebene Verzeichnis benutzt, wie oben beschrieben. Die Angabe eines alternativen Verzeichnisses ist immer dann sinnvoll, wenn Sie Ihr Hauptverzeichnis read-only setzen wollen und daher für die dynamisch kreierten Fonts ein anderes – möglicherweise rechnerspezifisches – Verzeichnis benötigen.
Erzeugen symbolischer Links für Programme, »man pages« bzw. GNU-info-Dateien an anderen Stellen; beispielsweise um die Man-page-Dokumentation unter /usr/local/man und die Info-Dateien unter /usr/local/info zur Verfügung zu stellen (Selbstverständlich müssen Sie im Besitz der notwendigen Privilegien sein, um in die angegebenen Verzeichnisse schreiben zu dürfen.)
Es ist nicht ratsam, ein schon bereits bestehendes TEX-System zu überschreiben, das mit dieser Option erstellt wurde. Die Option ist vielmehr dafür gedacht, Links in den schon bekannten Standardverzeichnissen (wie z. B. /usr/local/bin) bereit zu stellen. Die betreffenden Verzeichnisse sollten dann aber auch nicht irgendwelche TEX-Verzeichnisse enthalten.
Die Installation der Dokumentation (»doc«) für Fonts und Makros wird unterlassen. Das ist dann sinnvoll, wenn Sie Platz sparen müssen oder die Dokumentation bereits an anderer Stelle abgelegt haben.
Die Installation des Hauptzweigs mit Fonts und Makros wird übersprungen. Diese Option wird bei der Einrichtung eines »shared« Betriebs zwischen Rechnern bzw. Architekturen mittels NFS oder automount für den Hauptzweig genutzt.
Wenn die Installation abgeschlossen ist, so besteht der nächste Schritt darin, die Variable PATH so zu ergänzen, dass die neu-installierten Programme im architektur-spezifischen Verzeichnis unterhalb von $TEXDIR/bin gefunden werden. Die unterstützten Architekturen sind in der Tabelle 1 auf Seite 20 zu finden. Sie können sich aber auch einfach den Inhalt des Verzeichnisses in $TEXDIR/bin ausgeben lassen.
Die Syntax für das Setzen einer Environment-Variable und der Name der Initialisierungsdatei, in die sie geschrieben wird, hängen von der Shell ab, die Sie benutzen. Benutzer, die eine Shell einsetzen, die kompatibel zur Bourne-Shell ist (z. B. sh, bash, ksh, usw.), können folgende Zeilen in Ihre Datei $HOME/.profile aufnehmen:
Für C-Shell-kompatible Shells (z. B. csh, tcsh) sind die folgenden Zeilen in die Datei $HOME/.cshrc aufzunehmen:
Direkt im Anschluss an die Installation und das Setzen der Environment-Variablen wird texconfig oder texconfig-sys aufgerufen, um das TEX-System an Ihre lokalen Gegebenheiten anzupassen. Dieser Schritt wird im Abschnitt 4.1 auf Seite 34 näher erläutert.
Es folgt ein kurzes kommentiertes Beispiel für eine volle Installation der »Live«-Version (DVD oder inst-CD-ROM) mit den Binärdateien für das aktuelle System und den oben vorgeschlagenen Verzeichnis-Änderungen. In diesem Fall ist daher nur das Kommando i erforderlich. Das Zeichen »>« steht wie üblich für den Kommandozeilen-Prompt.
Falls Ihr Unix System den manpath Befehl enthält (für detailierte Informationen siehe man manpath) können Sie die man Seiten von TEX Live systemweit für den normalen man Befehl zur Verfügung stellen in dem Sie die Datei /etc/manpath.config editieren (wofür Sie aber wahrscheinlich root Berechtigung brauchen). Durch Hinzufügen des folgenden Eintrages im der Datei /etc/manpath.config werden die man Seiten von TEX Live ohne weitere Anpassungen von man gefunden (bitte passen Sie folgende Pfade an ihr System an):
Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren lokalen System-Guru um Rat, denn es variiert beispielsweise, wie CD-ROMs oder DVDs zu »mounten« sind, welche Verzeichnisse benutzt werden dürfen oder wie die Änderungen in den Initialisierungsdateien vorgenommen werden müssen.
Die Vorgabeverzeichnisse können durch das Setzen von Umgebungsvariablen geändert werden, wodurch eine automatische, d. h. nicht interaktive Installation ermöglicht wird, siehe folgendes Beispiel:
Die Umgebungsvariable TEXLIVE_INSTALL_PREFIX überschreibt die Vorgabe für /usr/local/texlive, während alles andere unverändert bleibt – daher würde obiges Beispiel die gesamte Installation nach /opt/texlive/2007 durchführen.
Wie üblich unter Unix kann das echo i durch eine beliebe Folge von Eingabebefehlen durch ein »here« Dokument ersetzt werden, so dass eine beliebige Folge von Befehlen ausgeführt werden kann.
Folgende Liste gibt die möglichen Umgebungsvariablen an:
Überschreibt /usr/local/texlive.
Überschreibt $TEXLIVE_INSTALL_PREFIX/2007.
Überschreibt $TEXLIVE_INSTALL_PREFIX/texmf-var.
Überschreibt $TEXLIVE_INSTALL_TEXDIR/texmf-var.
Überschreibt $HOME/texmf.
Es wäre besser die GNU Standardmethode mit configure und Optionen zu unterstützen anstelle der Umgebungsvariablen. Freiwillige für die Implementierung sind herzliche willkommen.
Sie können die TEX Live auch dazu benutzen, ein bestehendes TEX-System auf den neuesten Stand zu bringen bzw. die Daten einer bestehenden Installation durch einzelne Pakete oder Sammlungen zu ergänzen.
Zuerst »mounten« Sie die CD-ROM oder DVD unter Verwendung der Rock-Ridge-Erweiterungen. Das Kommando hierfür variiert von System zu System; die nachfolgenden Befehle funktionieren unter Linux; nur der Name des CD-ROM-/DVD-Laufwerks (hier /dev/cdrom) muss u. U. angepasst werden.
Wechseln Sie mit Ihrem aktuellen Verzeichnis zum Mount-Point:
Unter Mac OS X werden CD-ROMs und DVDs automatisch »gemountet«; ein mount ist deshalb überflüssig. Das Verteilungsmedium wird in das Verzeichnis /Volumes/ »gemountet«.
Führen Sie das für diesen Zweck vorgesehene Installations-Skript install-pkg.sh aus (das im vorigen Abschnitt vorgestellte Skript install-tl.sh ist nur für eine Erstinstallation gedacht):
Das Skript kann über Kommandozeilenparameter gesteuert werden. Die ersten zwei dienen zur Auswahl des zu installierenden Pakets, zur Auswahl der Sammlung (z. B. »tex-mathextra«), zur Angabe des Verzeichnisses, auf das das Medium »gemountet« ist und zur Angabe des Verzeichnisses, das die Dateilisten der Pakete enthält (diese beiden werden automatisch gesetzt):
Name des gewünschten Pakets (package)
Name der gewünschten Sammlung (collection)
Dokumentationsdateien nicht mitkopieren
Quelldateien nicht mitkopieren
Quellverzeichnis, von dem gelesen wird (Voreinstellung ist das aktuelle Verzeichnis): Wenn Sie die oben stehenden Anweisungen befolgt haben, befinden Sie sich im Distributionsverzeichnis und müssen keine Änderungen vornehmen.
das sogenannte »list«-Verzeichnis innerhalb von cd-dir, von dem die Paket-Informationen gelesen werden: Die Voreinstellung für list-dir ist cd-dir/texmf/tpm/lists; der einzige Grund für eine Änderung läge vor, wenn Sie Änderungen am TEX Live-System selbst vornähmen.
Die eigentliche Aktion wird durch weitere Parameter gesteuert. Die ersten beiden verhindern die Installation der Dokumentation bzw. der Quelldateien eines Pakets. Der dritte verhindert den Aufruf von mktexlsr beim Abschluss der Installation, womit die Datenbank der Verzeichnisstruktur neu aufgebaut würde. Der vierte Parameter dient zur Anzeige der zu installierenden Dateien, ohne dass die Installation tatsächlich durchgeführt wird. Der Umfang der Informationen über die aktuellen Tätigkeiten des Skripts kann vergrößert werden und zu guter Letzt kann noch aus einem zu installierenden Paket (oder Sammlung) ein tar-Archiv erzeugt werden, in dem die Dateien schon die korrekte texmf-Verzeichnisstruktur haben.
Auflistung, welche Dateien in einem Paket oder einer Sammlung sind; keine Installation des Pakets
Statt das angegebene Paket oder die Sammlung zu installieren, wird ein tar-Archiv erzeugt.
Zusätzliche Optionen:
kein Hash-Lauf von mktexlsr
nach der Installation einen Konfigurationslauf mit »texconfig init« durchführen
mehr Informationen ausgeben, was das Skript während seines Laufs macht
Hier einige Beispiele für die Verwendung des Skripts: